27.01.2026 | Etkon verlagert über 200 Arbeitsplätze nach China. Der zur Schweizer Straumann Gruppe gehörende Standort der Etkon GmbH in Markkleeberg bleibt bei seinen angekündigten Verlagerungsplänen, die ansässige Aligner Produktion aus Profitgründen gänzlich nach China zu verlagern.
Im September kündigte der Arbeitgeber an, die Aligner Produktion in Markkleeberg stillzulegen und die Produktion aus stategischen Gründen nach China zu verlagern. Politik, Betriebsrat und die IG Metall kritisieren dieses Vorgehen scharf.
Der Oberbürgermeister Karsten Schütze bedauert die Entwicklung und äußerte sich in der LVZ wie folgt. „Die Teilschließung war leider nicht abzuwenden.“ Die Verträge mit dem chinesischen Anbieter seien längst unterschrieben gewesen, bevor die Stadt informiert worden sei.
Beschäftigte entwickelten Alternativ-Vorschläge zum Erhalt der Produktion
Die Beschäftigten von Etkon haben in den letzten Wochen intensive und weitreichende Alternativ-Vorschläge entwickelt, wie man die Produktion in Markkleeberg effizienter und kostengünstiger gestalten könnte, um so den Standort zu erhalten. Doch auch die Vielzahl an Ideen aus der eigenen Belegschaft haben beim Arbeitgeber nicht zu einem Umdenken geführt. Man habe die Vorschläge geprüft, bleibe jedoch bei der strategischen Entscheidung die Produktion zu verlagern, heißt es aus dem Unternehmen.
Nachteilsausgleich für die 221 betroffenen Beschäftigten
Die Beschäftigten haben sich in den vergangenen Monaten organisiert und haben somit dem Betriebsrat und der IG Metall ein starkes Verhandlungsmandat übertragen. Dies hat dazu beigetragen, dass der Nachteilsausgleich deutlich höher ausgefallen ist als vom Arbeitgeber ursprünglich geplant.
Der Betriebsrat und die IG Metall haben in den vergangenen Wochen intensive Verhandlungen mit dem Arbeitgeber über einen Interessenausgleich und Sozialplan geführt. Somit gibt es zumindest einen finanziellen Ausgleich für die Beschäftigten, die von der Maßnahme betroffen sind.
Mitglieder der IG Metall erhalten zusätzlich einen Bonus in Höhe von 2.500, -€.
Zusätzlich zum Interessenausgleich und Sozialplan wurde ein Tarifvertrag über einen Bonus für IG Metall Mitglieder verhandelt. In der Schichtübergreifenden Mitgliederversammlung am 26.01.2026 haben die Mitglieder der IG Metall einstimmig für die Annahme des Verhandlungsergebnisses zum Mitgliederbonus gestimmt.
"Wir können die Entscheidung des Arbeitgebers nicht nachvollziehen und bedauern es, dass wichtiges Know-How und Wertschöpfung in der Region verloren gehen. Die Mitglieder der IG Metall haben jedoch gezeigt, dass es vorteilhaft ist, sich gewerkschaftlich zu organisieren." sagt Michael Hecker, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig