Gespräch zur Angleichung der Arbeitszeit in Ostdeutschland

"Eine Einigung um jeden Preis wird es mit uns nicht geben!"

07.05.2019 | Zum dritten Gespräch zur Angleichung der Arbeitszeit in Ostdeutschland verhandelten die ostdeutschen Tarifparteien der Metall- und Elektroindustrie am 3. Mai in Magdeburg. In den Verhandlungen wurde scharf und kontrovers über die gegensätzlichen Vorstellungen diskutiert.

Gesprächs- und Hintergrundkommission vor dem dritten Gespräch am 3. Mai in Magdeburg

Im April hatten Arbeitgeber und IG Metall sich auf das Ziel verständigt, im ersten Halbjahr 2019 für alle ostdeutschen Tarifgebiete ein Tarifergebnis zur Angleichung zu erreichen.

Die IG Metall will eine verbindliche tarifliche Regelung zu einer Verkürzung der Arbeitszeit, die bei den Beschäftigten ankommt. Dafür braucht es einen Tarifvertrag mit klar definierten Zeiträumen zur Absenkung der Arbeitszeit. Das Modell der IG Metall sieht vor: Bis 2030 muss die Arbeitszeitverkürzung in allen tarifgebundenen Betrieben komplett umgesetzt sein. Der Tarifvertrag soll einen Einführungskorridor mit Bandbreitenmodell regeln.

„Dieses Modell enthält bereits weitgehende Kompromisslinien und damit ein deutliches Angebot an die Arbeitgeber“, sagte Olivier Höbel, IG Metall Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. Und weiter:
„Es kommt für uns nicht in Frage, die Regelung der Arbeitszeit ausschließlich an die Betriebsparteien zu delegieren. Die Arbeitgeber sind jetzt aufgefordert, über tarifliche Lösungen zu verhandeln, die betriebliche Flexibilität ermöglichen. Unser Ziel bleibt die Angleichung der Arbeitsbedingungen unserer Kolleginnen und Kollegen.“

Dem Vorhaben der Arbeitgeber aus der Arbeitszeitverkürzung eine dauerhafte bezahlte Verlängerung der Wochenarbeitszeit zu machen, hat die Gesprächskommission eine klare Absage erteilt.

„Die Arbeitgeber müssen sich jetzt bewegen und die Signale der Belegschaften ernst nehmen“, sagte Olivier Höbel. Entscheidend wird das nächste Gespräch mit den Arbeitgebern am 21. Mai in Berlin sein. „Bis dahin erwarten wir einen konstruktiven Vorschlag, um das gemeinsame Ziel einer Einigung im 1. Halbjahr zu ermöglichen. Eine Einigung um jeden Preis wird es aber mit uns nicht geben“, so Olivier Höbel.

Am 16. Mai werden die Tarifkommissionen der ostdeutschen IG Metall Bezirke in Berlin über die weitere Strategie beraten.

Vom 6. bis 10. Mai zeigen wir in den ostdeutschen Betrieben mit gezielten Aktionen, dass die Belegschaften für die 35-Stundenwoche einstehen. Herzlichen Dank an alle, die sich an den Aktionen beteiligen und unterstützen.

Quelle: IG Metall Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen

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