Corona-Krise

„Jetzt ist Solidarität gefragt – wir finden Lösungen“

24.03.2020 | Die Corona-Krise hat Betriebe und Beschäftigte erfasst. Betriebe werden stillgelegt, Hunderttausende gehen in Kurzarbeit. Wie kümmert sich die IG Metall nun um ihre Mitglieder? Darüber sprach Dirk Erb mit Bernd Kruppa, Geschäftsführer der IG Metall in Leipzig.

Bernd Kruppa. Foto: Christian von Polentz /transitfoto.de

Was macht die IG Metall in Leipzig in der Corona-Krise? Wie helft Ihr Euren IG Metall-Mitgliedern?

Bernd Kruppa: Am wichtigsten ist jetzt, dass wir die Arbeitsplätze durch Kurzarbeit in den Betrieben sichern – zu fairen materiellen Bedingungen. Zudem kümmern wir uns um die Alltagssorgen unserer Mitglieder. Wir sind erreichbar, wie alle anderen Geschäftsstellen der IG Metall. Unsere Gewerkschaftssekretäre beraten am Telefon und kümmern sich um Lösungen. Unsere Telefone laufen heiß.

Wie sichert Ihr jetzt die Arbeitsplätze und die Einkommen?

Zunächst mal ermöglichen wir überall Kurzarbeit so schnell wie möglich. Und wir beraten und unterstützen die Betriebsräte. Überall in den Betrieben laufen gerade Verhandlungen zu Betriebsvereinbarungen. Darin wollen wir durchsetzen, dass es eine Aufzahlung auf das Kurzarbeitergeld gibt – nicht nur in den großen Betrieben, sondern auch in den kleineren, etwa bei unseren Kontraktlogistik-Dienstleistern. Es kann nicht sein, dass die Beschäftigten auf die gesetzlichen 60 Prozent vom Netto herunterfallen. Mit uns gibt’s deutlich mehr.

Wie helft Ihr den einzelnen IG Metall-Mitgliedern, die bei Euch anrufen?

Da kommen erst mal viele juristische Fragen. Etwa: Was ist, wenn ich in der Kurzarbeit krank bin? Wie viel Aufzahlung auf mein Kurzarbeitergeld bekomme ich? Wie greifen da Gesetze und Tarifverträge ineinander? Dazu beraten wir und klären Fragen direkt über unsere Betriebsräte und Vertrauensleute in den Betrieben. Dazu kommen viele Alltagsfragen, die wir versuchen zu lösen.

Was sind denn typische Alltagssorgen Eurer Mitglieder?

Das geht los bei Fragen wie „Wie komme ich zur Arbeit, wenn es keine Fahrgemeinschaften mehr gibt?“ Wir haben viele Fernpendler, die weit fahren müssen. Aber die Leute rufen bei uns auch an, wenn sie nicht wissen, wie sie ihre Kinder betreuen oder sich um ihre Eltern kümmern können, wenn sie die Miete nicht mehr bezahlen können oder Probleme mit der Bank haben. Wir organisieren auch so etwas wie Nachbarschaftshilfe durch unsere Mitglieder in den Dörfern und Stadtteilen: Wer versorgt ältere Leute, wie können wir Einkäufe bündeln, wer kann fahren oder einen Notfall übernehmen?

Das klingt nicht nach normaler Gewerkschaftsarbeit. Könnt Ihr das wirklich alles leisten?

Wir haben nicht für jedes Problem immer gleich eine Lösung. Aber wir versuchen alles, was möglich ist. Wir bündeln Fragen, verbinden, vernetzen und suchen Lösungen, mit den Betriebsräten und den Geschäftsleitungen, mit Ämtern, mit Juristen, im Betrieb, im Wohngebiet. Wer wenn nicht wir als IG Metall mit unseren fast 2,3 Millionen Mitgliedern und unserem großen Netzwerk kann das? In Leipzig haben wir über 17 000 Mitglieder und über 1000 Betriebsräte und Vertrauensleute in den Betrieben. Jetzt ist Solidarität gefragt. Wir organisieren das.

 

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