Tarifrunde Kfz-Handwerk

Kfz-Arbeitgeber provozieren in erster Verhandlung – jetzt gibt's Druck!

03.05.2019 | Eine Einigung in der Tarifauseinandersetzung im Kfz-Handwerk ist noch lange nicht in Sicht. Die Tarifverhandlung am Dienstag, 30. April, mit den Arbeitgebern der Tarifgemeinschaft Mitteldeutsches Kraftfahrzeuggewerbe (TG MDK) endete nach gerade mal zwei Stunden ergebnislos.

IG Metall Verhandlungskommission im Kfz-Handwerk Berlin-Brandenburg-Sachsen. Foto: IG Metall

Unmittelbar vor Ende der Friedenspflicht boten die Arbeitgeber in der Verhandlung im Berliner IG Metall-Haus statt eines konkreten Angebots nur Zumutungen: länger arbeiten und ein Teil des Lohns betrieblich variabel zur Motivation. Die Forderung der IG Metall sei zu hoch und die geplante Laufzeit von zwölf Monaten zu kurz, so die Arbeitgeber. "Diese Provokation haben wir als nicht verhandelbar zurückgewiesen", sagte Bodo Grzonka, IG Metall-Verhandlungsführer.

Die Tarifverträge enden am Verhandlungstag, am 30. April. Das bedeutet: Die Friedenspflicht ist vorbei, Arbeitskämpfe sind jederzeit möglich. „Die Arbeitgeber hätten besser etwas angeboten anstatt uns zu provozieren! Jetzt werden wir unserer Forderung von 5 Prozent mehr Einkommen und mindestens 60 Euro mehr für die Auszubildenden in den Kfz-Werkstätten und Autohäusern in Berlin, Brandenburg und Sachsen Nachdruck verleihen", erklärte Bodo Grzonka.

Mit Aktionstagen vom 6. bis 8. Mai werden die Beschäftigten in den Kfz-Betrieben über die laufenden Verhandlungen informiert. Sie werden den Arbeitgebern deutlich zeigen: Wir sind bereit für weitere Aktionen.

In der laufenden Tarifrunde geht es außerdem um mehr Gerechtigkeit für die Beschäftigten in Brandenburg, die monatlich rund 182 Euro weniger verdienen als ihre Kolleginnen und Kollegen in Berlin.

„Das Kfz-Handwerk steht vor enormen Herausforderungen: Digitalisierung und E-Mobilität, autonome Fahrtechniken sowie neue Geschäftsmodelle. Das geht nur mit gut qualifiziertem Personal und attraktiven, gut bezahlten Arbeitsplätzen“, so Grzonka. Das Handwerk leidet besonders drastisch unter Abwanderung von Fachkräften. Nur ein Drittel der jungen Gesellinnen und Gesellen in den handwerklichen Metall- und Elektroberufen inklusive der Kfz-Betriebe bleibt nach der Ausbildung in den Betrieben. Ein wichtiges Anliegen für die IG Metall ist deshalb, eine gute tarifliche Perspektive für die jungen Menschen im Kfz-Handwerk zu vereinbaren.

Die nächste Tarifverhandlung findet am 29. Mai statt. Die IG Metall erwartet, dass die Arbeitgeber bis dahin ein ernstzunehmendes Angebot vorlegen. Bereits am 24. Mai wird in kleiner Runde über die Angleichung der Brandenburger Einkommen verhandelt.

Quelle: IG Metall Bezirksleitung BBS

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