Tarifrunde Kontraklogistik 2025

Seifert bricht Verhandlungen ab – Beschäftigte legen daraufhin die Arbeit nieder

04.02.2026 | Am 3. Februar 2026 kamen Seifert und die IG Metall zur 4. Verhandlung, im seit Oktober 2025 laufenden Tarifkonflikt zusammen. Dort ist es erstmals zur Annäherung in einigen Punkten gekommen.

Foto: IG Metall

Nach sechs Stunden brach der Arbeitgeber jedoch die Verhandlungen ohne konkreten Folgetermin ab, nachdem die IG Metall einen Lösungsvorschlag auf das vorgelegte Arbeitgeberangebot unterbreitete.

„Wir wollten gestern den vier Monate laufenden Tarifkonflikt lösen und hatten den Eindruck, dass es vorsichtige Annäherungen in einigen Punkten gab. Dass der Arbeitgeber die Verhandlungen jedoch ohne konkreten Folgetermin abbricht, zwingt uns zu dieser Warnstreikmaßnahme“, sagt Steffen Reißig, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig.

Zeitgleich zur Arbeitsniederlegung forderte die IG Metall den Arbeitgeber auf am 4. Februar 2026 bis 22:00 Uhr eine Rückmeldung zum Lösungsvorschlag der Gewerkschaft zu geben und bot darüber hinaus an, die Verhandlungen bereits am gleichen Tag ab 16 Uhr digital fortzusetzen.

Nach mehreren Diskussionsrunden bot die Firma Seifert ihren Beschäftigten untenstehende Punkte an.

Arbeitgeberangebot:

  • für März bis September 2026 jeweils monatlich 50 € auf eine Bezahlkarte als steuerfreier Sachbezug (insgesamt 350 €)
  • ab 1. Oktober 2026 Entgelterhöhung um 2 Prozent
  • ab 1. April 2027 ca. 3 Prozent, über die im Oktober 2026 verhandelt werden soll, ob es als Sachbezug oder Tabellenerhöhung kommt
  • Laufzeit der Entgelttarifvertrags bis 31. März 2027
  • ab 1. Januar 2027 Arbeitszeitverkürzung von 36 auf 35 Stunden pro Woche
  • ab 1. Januar 2027 Erweiterung des tarifvertraglichen Geltungsbereichs auf den Standort Eschenallee 4-10 in Kabelsketal

Die IG Metall erwiderte daraufhin Folgendes:

  • Sie verhandelt nicht über steuerfreie Gutscheine bzw. Sachbezüge.
  • Die volle Einmalzahlung muss im April 2026 an die Beschäftigten inkl. der Kolleginnen und Kollegen aus der Eschenallee 4-10 gezahlt werden.
  • Dass die zweite Entgelterhöhung auf 2.900 € im Eckentgelt erst zum 1. April 2027 und damit nach dem Laufzeitende (31. März 2027) liegen soll, kommt nicht in Frage.
  • Die IG Metall hat mit allen anderen zehn Logistikdienstleistern die Erhöhung spätestens zum 1. Januar 2027 vereinbart.
  • Die Erweiterung des Geltungsbereichs auf die Eschenallee 4-10 und damit die Integration einiger Beschäftigter muss bereits zum 1. Oktober 2026 erfolgen, damit ordentliche Überleitungsregeln für Über- und Unterschreiter möglich sind.

An diesem Verhandlungspunkt brach der Arbeitgeber die Gespräche ab und verabschiedete sich ohne konkreten Folgetermin.

Als Folge dessen rief die IG Metall heute die Spätschicht bei Seifert zum Warnstreik auf. Rund 20 Kolleginnen und Kollegen beteiligten sich und fordern ihren Arbeitgeber auf, endlich einen neuen Tarifvertrag abzuschließen.

Im Vorfeld hatten bereits 77 Seifert Beschäftigte ihren Arbeitgeber eine Unterschriftensammlung übermittelt. Darin heißt es: "Wir sehen die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen, aber wir erwarten, dass auch unsere wirtschaftliche Perspektive anerkannt und berücksichtigt wird. Die Preissteigerungen treffen uns als Seifert-Beschäftigte genauso, wie alle anderen Menschen und wir sind nicht weniger wert als die Kolleginnen und Kollegen in den anderen Kontraktlogistikbetrieben der Region. Wir wollen nicht dauerhaft abgekoppelt werden."

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