29.01.2026 | Seit vier Monaten befindet sich der Tarifvertrag beim Logistikdienstleister Seifert, der für das Porsche-Werk arbeitet im gekündigten Zustand. Nach drei Verhandlungen in 2025 bot der Arbeitgeber im Januar 2026 nur eine Einmalzahlung von 350€ an.
Das übermittelte Angebot wurde von der IG Metall als völlig unzureichend zurückgewiesen. "Es bietet leider keine Lösung, wie die Seifert-Beschäftigten bis spätestens Anfang 2027 im Eckentgelt auf 2.900 € kommen. Zusätzlich fehlen Aussagen zur Verkürzung der Arbeitszeit von 36 auf 35 Stunden in der Woche, sowie möglichen T-ZUG Tagen, die als beschäftigungssichernde Maßnahme gebraucht und eingesetzt werden könnten. Die Kluft zu den in den zehn weiteren Betrieben gefundenen Kompromissen ist damit viel zu groß", sagt Steffen Reißig, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig.
Fast 80 Seifert-Beschäftigte beteiligten sich daraufhin an einer Unterschriftensammlung und forderten ihren Arbeitgeber auf einen neuen Tarifvertrag mit der IG Metall abzuschließen, der Entgelterhöhungen und Beschäftigungssicherung beinhaltet. In der Unterschriftensammlung heißt es: "Wir sehen die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen, aber wir erwarten, dass auch unsere wirtschaftliche Perspektive anerkannt und berücksichtigt wird. Die Preissteigerungen treffen uns als Seifert-Beschäftigte genauso, wie alle anderen Menschen und wir sind nicht weniger wert als die Kolleginnen und Kollegen in den anderen Kontraktlogistikbetrieben der Region. Wir wollen nicht dauerhaft abgekoppelt werden."
Nachdem die IG Metall die Unterschriftensammlung dem Arbeitgeber zugestellt hatte, schlug die Seifert-Geschäftsführung einen neuen Verhandlungstermin am 3. Februar 2026 vor.
Nach Beratung in der betrieblichen Tarifkommission wird die IG Metall nochmal den Versuch unternehmen am 3. Februar 2026 mit Seifert einen Abschluss zu erzielen. "Wir glauben, dass es noch immer möglich ist einen tragfähigen Kompromiss zu vereinbaren, der die verschiedenen Forderungsbestandteile im Paket kombiniert. Wir sind allerdings auf alles vorbereitet und haben am 31. Janauar 2026 eine Versammlung mit den Beschäftigten, um die aktuelle Situation zu diskutieren", sagt Steffen Reißig, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig.