thyssenkrupp Automotive Systems Leipzig

Tarifabschluss bei TKAS: Angleichung und Weg in den Flächentarifvertrag Metallindustrie Sachsen

01.10.2026 | Im September 2026 einigte sich die IG Metall mit thyssenkrupp Automotive Systems Leipzig auf die Überleitung und Angleichung der Arbeitsbedingungen an die Tarifstandards der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen.

Foto: panthermedia/ Tarifvertrag

Die Beschäftigten von thyssenkrupp Automotive Systems Leipzig haben einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg in den Flächentarifvertrag geschafft. Nach intensiven Verhandlungen haben sich die IG Metall und das Unternehmen auf ein neues Eckpunktepapier verständigt, das die bereits 2025 vereinbarte stufenweise Angleichung an die Tarifstandards der sächsischen Metall- und Elektroindustrie fortsetzt und konkretisiert.

Kern der Einigung ist der geplante Beitritt des Unternehmens zum Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie (VSME) zum 1. Januar 2027. Sollte sich die Aufnahme verzögern, werden die Tarifverträge der Branche über einen Anerkennungstarifvertrag angewendet. Damit wird sichergestellt, dass die tarifliche Entwicklung der Beschäftigten kontinuierlich fortgeführt wird.

Bereits mit dem Verhandlungsergebnis aus dem Jahr 2025 wurde die Grundlage für die tarifliche Angleichung geschaffen. Dazu gehört die Einführung des ERA-Entgeltsystems und die schrittweise Übernahme zentraler Bestandteile des Flächentarifvertrages.

Mehr Geld und mehr Tarif für die Beschäftigten

Ein wesentlicher Bestandteil des Tarifwegs ist - neben dem ERA-Grundentgelt - die Einführung der tariflichen Leistungszulage. Für die Beschäftigten in den Entgeltgruppen EG1 bis Z3 steigt die Leistungszulage schrittweise von 2 Prozent ab Juli 2026 auf 10 Prozent im Jahr 2030. Für die Entgeltgruppen EG4 bis Z12 erfolgt die Einführung noch schneller: Bereits ab Juli 2026 werden 5 Prozent und ab Juli 2027 die volle tarifliche Leistungszulage von 10 Prozent erreicht. 

Bei den Sonderzahlungen wurde eine wichtige Regelung getroffen. Ab 2026 gelten die Flächentarifregelungen für das zusätzliche Urlaubsgeld und das "Weihnachtsgeld" (Teil eines 13. Monatseinkommens). Damit werden weitere Bestandteile des bisherigen Haustarifvertrages durch Flächentarifregelungen ersetzt.

Tarifliches Zusatzgeld (T-ZUG) wird eingeführt

Ein weiterer Erfolg ist die schrittweise Einführung des tariflichen Zusatzgeldes (T-ZUG). Beschäftigte erhalten ab 2026 zunächst vier freie Tage, ab 2027 sechs freie Tage und ab 2028 je nach persönlicher Situation sechs beziehungsweise acht freie Tage. 

Zusätzlich wird das tarifliche Zusatzgeld B eingeführt. Es steigt von 17,6 Prozent eines Monatsentgelts der Entgeltgruppe 5 im Jahr 2029 über 22 Prozent im Jahr 2030 auf 26,5 Prozent ab 2031.

Perspektive auf die 35-Stunden-Woche

Mit dem jetzt erzielten Tarifabschluss wurde außerdem die Einführung der tariflichen Wochenarbeitszeit von 35 Stunden vereinbart. Bis Ende 2028 beträgt die die wöchentliche Arbeitszeit 36-Stunden. Anschließend wird die Arbeitszeit zum 1. Januar 2029 weiter auf 35,5 Stunden und zum 1. Januar 2030 auf 35 Stunden abgesenkt. Die Absenkung erfolgt gemäß der "Tarifvereinbarung zur Festlegung der tariflichen wöchentlichen Arbeitszeit durch freiwillige Betriebsvereinbarung". Als Kompensationsleistung der Beschäftigten, wird die Einführung des Transformationsgeldes (18,4 Prozent des individuellen Monatsentgelts) auf das Jahr 2031 verschoben.

Darüber hinaus wurden Regelungen zu Arbeitszeitkonten, Mehrarbeitszuschlägen, Verdienstsicherung, besonderem Kündigungsschutz und zum flexiblen Übergang in die Rente (Altersteilzeit) vereinbart.

"Ein Meilenstein für die Belegschaft"

Steffen Reißig, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig, erklärt: „Die Kolleginnen und Kollegen haben in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der IG Metall viel erreicht. Mit der jetzigen Einigung wird der Flächentarifvertrag ab 1. Januar 2032 vollständig erreicht sein. Höhere tarifliche Entgelte, die Einführung der Leistungszulage, tarifliche Sonderzahlungen, das tarifliche Zusatzgeld und die stufenweise Einführung der 35-Stunden-Woche bedeuten spürbare Verbesserungen für die Beschäftigten. Dieses Ergebnis zeigt: Wer organisiert ist und gemeinsam handelt, kann viel bewegen.“

Die Tarifvereinbarung ist das Ergebnis eines langen und konsequenten Angleichungsprozesses.

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