Nachruf

Wir trauern um Jochen Kletzin

11.06.2018 | Fassungslos und tiefbewegt haben wir erfahren, dass unser Kollege Jochen Kletzin, der nach der Wende erste Erste Bevollmächtigte der IG Metall in Leipzig während der Zeit von 1991 bis 1996 war, am 7. Juni 2018 in der Folge eines Unfalls im Alter von 65 Jahren verstorben ist.

Jochen Kletzin während einer Aktion zum Erhalt von Siemens-Schaltanlagenbau Leipzig am 22. April 2013 Foto: Wolfgang Zeyen

 

 

 

Wir verlieren mit Jochen Kletzin einen engagierten, aufrechten Kämpfer für die Stärkung der Durchsetzungskraft der Gewerkschaften im Osten Deutschlands, für soziale Gerechtigkeit und Demokratie.

Weil die Wiedervereinigung ihm unverhofft eine neue Herausforderung bot, kam er bereits 1990 nach Sachsen und leistete Nachhaltiges beim Aufbau neuer gewerkschaftlicher Strukturen. Er kam in den Osten und sah darin eine Mission ohne Alternative.

So gehörte er der ersten Generation Aufbauhelfer an, die besser, wichtiger als ihr oft behaupteter Ruf, war. Denn auch sie waren es, die das Land auf ihrem jeweiligen Wirkungsfeld zusammenführten.

Jochen war maßgeblicher Aufbauhelfer der Nachwendezeit, eine prägende Figur für viele Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben Leipzigs und der Region. Mit seiner ruhigen, sachlichen und klugen Art hat er uns, seine Wegbegleiter, geführt und  wir haben es gemeinsam geschafft, eine kämpferische starke IG Metall Leipzig zu organisieren. Diese Zeit mit Jochen war eine aufregende. Gerade seine Unaufgeregtheit, seine große Erfahrung und seine Kenntnisse bundesrepublikanischer Spielregeln taten uns gut. In den harten Auseinandersetzungen in dieser Zeit hat er uns Mut zugesprochen, wenn es nötig war.

Als ein Beispiel sei nur der Sachsenstreik 1993 genannt, den er als Streikführer maßgeblich zum Erfolg führte. Es gelang ihm, die Streikenden in den Betrieben zu mobilisieren, zu motivieren, und den unerfahrenen Gewerkschaftsfunktionären zu lehren, mutig sich dem Kampf zu stellen. So gelang es gemeinsam, den  Angriff des sächsischen Arbeitgeberverbandes auf den Flächentarifvertrag zu verhindern und einen Stufentarifvertrag bis 1996 zu erkämpfen. Er ist gemeinsam mit uns neue Wege gegangen, die von so mancher Metallerin und so manchem Metaller kritisch betrachtet wurde.

Unser Jochen war ein großzüger und feinsinniger Mensch, der sachorientiert arbeitete, uns teilhaben ließ an seinen Erfahrungen, belesen und sprachbegabt war und mit uns manche Stunde auch entspannt genießen konnte.

Er hatte ein feines Gespür für Stimmungslagen, er blieb aber standhaft, wenn er von der Sache überzeugt war. Eine Eigenschaft , die auch von diversen Verhandlungspartnern geschätzt wurde.

Seine Fähigkeit, schwierige Situationen zu meistern, immer geradlinig zu bleiben, und die haupt- und ehrenamtlichen Funktionäre der IG Metall Leipzig dabei einzubeziehen, war eine herausragende Schule für uns.

Mit Hochachtung und Respekt gedenken wir seiner Lebensleistung, insbesondere den arbeitsintensiven Jahren in Leipzig, aber auch seinem Wirken als stillen, pragmatischen Ratgeber danach, den wir nun jetzt nicht mehr haben werden.

Wir trauern um Jochen, der für die IG Metall Leipzig ein Glücksfall in einer historisch so wichtigen und prägenden Zeit war. Sein Vermächtnis lebt fort.

Wir werden uns oft und gern an ihn erinnern.


Danke Jochen!

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