Tarifrunde Kontraktlogistik 2025

Rund 80 Seifert-Beschäftigte fordern einen neuen Tarifvertrag, der Entgelterhöhungen und Beschäftigungssicherung beinhaltet

20.01.2026 | Noch immer gibt es beim Logistikdienstleister Seifert, der für das Porsche-Werk arbeitet keinen neuen Tarifvertrag. Ende 2025 haben bereits alle anderen zehn Betriebe in der Leipziger Kontraklogistik ihre Verhandlungsergebnisse mit der IG Metall vereinbart.

Foto: Peter Endig

Trotz der Versuche die Beschäftigten zu verunsichern und mit Entlassungen zu drohen, sammelten diese 77 Unteschriften im Betrieb und fordern ihren Arbeitgeber auf endlich ein verhandlungsfähiges Angebot zu machen.

In der Unterschriftensammlung der Beschäftigten heißt es:

"Wir sehen die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen, aber wir erwarten, dass auch unsere wirtschaftliche Perspektive anerkannt und berücksichtigt wird. Die Preissteigerungen treffen uns als Seifert-Beschäftigte genauso, wie alle anderen Menschen und wir sind nicht weniger wert als die Kolleginnen und Kollegen in den anderen Kontraktlogistikbetrieben der Region. Wir wollen nicht dauerhaft abgekoppelt werden.

Deshalb gibt es den tariflichen Ordnungsrahmen in unserer Branche. Er synchronisiert in einzelnen Haustarifverträgen die wesentlichen Arbeitsbedingungen, wie Entgelt, Arbeits- und Laufzeiten, um den harten Wettbewerb nicht darüber, sondern über die Qualität der angebotenen Dienstleistung zu entscheiden.

Drei Monate nach Auslaufen unseres Tarifvertrags nur eine Einmalzahlung von 350 € anzubieten, während alle anderen Betriebe ihre individuellen Kompromisse und Stufen bereits mit der IG Metall verhandelt und abgeschlossen haben, drückt keine Wertschätzung gegenüber uns Beschäftigten aus.

Machen Sie ein verhandlungsfähiges Angebot, das Lösungen zu folgenden Punkten enthält:

  • Wie kommen wir bis spätestens Anfang 2027 im Eckentgelt auf 2.900 €?
  • Wie gelingt die letzte Stufe der Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden pro Woche?
  • Wie sehen verlässliche beschäftigungssichernde Maßnahmen für uns aus?
  • Wann wird der Geltungsbereich des Tarifvertrags auf Eschenallee 4-10 in Kabelsketal ausgeweitet? Bisher gilt er nur für die Hausnummern 4-6 und die Einbeziehung der dort arbeitenden Kolleginnen und Kollegen ist längst überfällig.

Lösen Sie den Tarifkonflikt und finden Sie für uns zügig ein gemeinsames Ergebnis am Verhandlungstisch mit der IG Metall."

 

IG Metall übermittelt Unterschriftensammlung

Am 19, Januar 2026 übermittelte die IG Metall dem Arbeitgeber die Unterschriftensammlung und weißt das am 2. Januar 2026 empfangene Arbeitgeberangebot, als nicht verhandlungsfähig zurück. Der Seifert-Haustarifvertrag ist zum 30. September 2025 fristgemäß gekündigt worden und der Arbeitgeber hat eine einmalige Auszahlung von 350 € im Januar 2026 vorgeschlagen, um dann im Oktober 2026 die Verhandlungen fortzusetzen. Rechnerisch entspricht diese Einmalsumme, die man auf 12 Monate rechnen muss, gerade mal 1,06 Prozent und nicht mal die wären dauerhaft im Tabellenentgelt. 

"Das übermittelte Angebot ist leider völlig unzureichend, da es keine Lösung anbietet, wie die Seifert-Beschäftigten bis spätestens Anfang 2027 im Eckentgelt auf 2.900 € kommen. Zusätzlich fehlen Aussagen zur Verkürzung der Arbeitszeit von 36 auf 35 Stunden in der Woche, sowie möglichen T-ZUG Tagen, die als beschäftigungssichernde Maßnahme gebraucht und eingesetzt werden könnten. Die Kluft zu den in den zehn weiteren Betrieben gefundenen Kompromissen ist damit viel zu groß", sagt Steffen Reißig, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig.

Die IG Metall hat Seifert eine weitere Fristverlängerung (bis 23. Januar 2026 um 12 Uhr) eingeräumt ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Es ist der erneute Versuch den Tarifkonflikt konstruktiv zu lösen und zu deeskalieren.

"Wir haben ein Interesse an einer schnellen, fairen Lösung mit Seifert und für die Beschäftigten. Diese muss sich aber innerhalb des tariflichen Ordnungsrahmens befinden. Unsere Gesprächskanäle sind selbstverständlich weiterhin offen, damit wir schlussendlich ein gemeinsames Ergebnis am Verhandlungstisch vereinbaren können. Seifert sollte unsere ausgestreckte Hand nicht ausschlagen, sondern diesmal ergreifen. Die gesammelten Unterschriften machen zudem deutlich, dass hier beide Tarifparteien gemeinsam verantwortungsvoll handeln müssen", sagt Steffen Reißig, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig.

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