Kampf um tariflichen Ordnungsrahmen bei BMW und Porsche

Erfolgreiche Tarifoffensive in der Logistik

20.07.2016 | Im Kampf um einen einheitlichen tariflichen Ordnungsrahmen für die Kontraktlogistik bei BMW und Porsche ist die IG Metall Leipzig deutlich vorangekommen.

Aktionstag zum Thema "Werkverträge" am 24.09.2015 vor dem Werkstor von Porsche Leipzig

Für das neue Logistikzentrum bei Porsche hat die Firma Seifert Automotive Logistics den Auftrag erhalten. Der Tarifvertrag mit der IG Metall Leipzig sichert den Beschäftigten gleich vom Start weg gute Bedingungen. Vereinbart wurde eine stufenweise Reduzierung der Arbeitszeit auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich. In 2017 und 2018 gibt es jeweils kräftige Lohnerhöhungen um ca. 50 Cent pro Stunde. In der Entgeltgruppe 4 (Staplerfahrer) liegt der Stundenlohn dann bei 11,73 Euro. Zusätzlich werden schrittweise Leistungszulagen in Höhe von 6 Prozent eingeführt.

Erstmalige Tarifbindung gibt es nun auch bei der Firma Mitteldeutsche Fahrzeug- überlassung (MFÜ, ehemals SAT), einem Tochterunternehmen von Schnellecke. Die Beschäftigten bereiten bei Porsche die Fahrzeuge für den Versand vor. Vom Tarifabschluss profitieren sowohl Stammbeschäftigte als auch Zeitarbeitskräfte. Die Arbeitszeit wird auf 38 Stunden abgesenkt – bei vollem Lohnausgleich und deutlichen Lohnsteigerungen. Zeitarbeitnehmer erhalten künftig einen Lohn von 10,50 Euro die Stunde, dafür hatte sich auch Porsche eingesetzt. Zudem gibt es für einen Teil Übernahmeangebote in Festanstellung. Der Tarifvertrag läuft bis 2019.

Zum Jahreswechsel erhielt die Firma Elflein den Auftrag von Rudolph Logistik bei Porsche. Der Tarifvertrag, der zuvor bei Rudolph galt, wurde nun von Elflein übernommen. Die Beschäftigten erhalten zum 01. 03. 2016 und 01. 03. 2017 jeweils 2,5 Prozent mehr und monatliche Leistungszulagen.

Die Firma Transport Service & Logistics (TSL) hat zum Jahresanfang den Auftrag von AFG übernommen und bereitet die Fahrzeuge bei BMW für den Transport vor. Eine Vereinbarung zwischen IG Metall und TSL sichert den Beschäftigten auch künftig den Tarifvertrag, den die IG Metall mit AFG geschlossen hatte. Ende des Jahres kann die Entgelttabelle gekündigt werden.

Zu Beginn des Jahres 2016 hat BMW die Produktionslogistik (ehemals Kühne & Nagel) an die Firmen Rudolph Logistik (ca. 250 Beschäftigte) und Bremer Lagerhausgesellschaft (ca. 800 Beschäftigte) neu vergeben.

Der bereits im Jahr 2012 bei RLG erstreikte Tarifvertrag wird zum 01. 06. 2016 wieder in Kraft gesetzt und die Entgelte um 2,5 Prozent neben einer Einmalzahlung von 300 Euro erhöht. Die Wochenarbeitszeit von 38 Stunden ist nun tarifvertraglich abgesichert. Der Urlaubsanspruch erhöht sich stufenweise auf 30 Tage und es wird Urlaubsgeld von 540 Euro gewährt. Die Beschäftigten werden in ein transparentes Entgeltsystem überführt. Dies hat, neben der Sicherung der bestehenden Einkommen, für den überwiegenden Teil deutliche Erhöhungen zur Folge. Für das Jahr 2017 sind eine weitere Lohnerhöhung von 2,5 Prozent zum 01.03. sowie zusätzlich eine Erhöhung der Leistungszulage auf 4 Prozent zum 01. 09. vereinbart. Wichtig: RLG gewährleistet eine einsatzbezogene Zulage für Leiharbeitnehmer in Höhe von 0,50 Euro die Stunde. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis Februar 2018.

Bei der Bremer Lagerhausgesellschaft befindet sich die IG Metall Leipzig in Gesprächen über eine zukünftige Tarifbindung.

Bei Faurecia Emissions Controls (Porsche) werden neben einer Einmalzahlung von 100,- Euro die Entgelte ab 01. 09. 2016 um 2,8 Prozent bzw. 01. 05. 2017 um weitere 2 Prozent bei einer Laufzeit von 21 Monaten erhöht.

Bei Faurecia Autositze (BMW) gelang zudem die Sicherung der Leistungsprämie von 12 Prozent pro Monat.

Mit Wirkung zum 30. 06. 2016 haben IG Metall und Schnellecke (Porsche und BMW) eine Tarifeinigung erzielt. Die rund 900 Leipziger Beschäftigten erhalten im August eine Einmalzahlung von 500 Euro. Im Mai 2017 steigen die Entgelte um 2,8 Prozent und ab 2018 werden die Tariferhöhung der Metall- und Elektroindustrie Sachsen übernommen. Davon profitieren auch die Leiharbeiter. Zudem konnte das Weihnachts- und Urlaubsgeld bis 2020 gesichert werden.

Bei ThyssenKrupp Automotive will die IG Metall Leipzig einen analogen Abschluss und die Arbeitszeitverkürzung auf 38 Stunden durchsetzen.

Mit der Synchronisation der Laufzeiten auf Frühjahr 2018 schaffen wir die Voraussetzungen für einen Branchentarifvertrag in der Kontraktlogistik. Die IG Metall Leipzig hat inzwischen in 15 Betrieben der Kontraktlogistik mit rund 3.400 Beschäftigten Firmentarifverträge durchgesetzt und will sich nun auf die Tarifrunde für die Zeitarbeitsbranche (BAP/IGZ) konzentrieren. Ziel: Wegfall des Ostzuschlages und deutliche Entgelterhöhung nach Anhebung des gesetzlichen Mindestlohnes. Darüber hinaus verhandelt die IG Metall mit den Arbeitgebern über die Anpassung der Branchenzuschläge für Zeitarbeiter in der M + E-Industrie.

 

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