13.03.2026 | Bei den Betriebsratswahlen in den Werken von Porsche und BMW in Leipzig sind die IG Metall-Listen mit großer Mehrheit gewählt worden. Rund 13.000 wahlberechtige Beschäftigte haben dort in dieser Woche ihre Betriebsratsgremien für die kommenden vier Jahre gewählt.
Bei Porsche erzielte die Liste „Gemeinsam erfolgreich – Team IG Metall“ am 11. März 66,3 Prozent der gültigen Stimmen und erreichte 21 von 31 Betriebsratsmandaten. Die Wahlbeteiligung konnte gegenüber der Wahl 2022 um 21,6 Prozent auf 64 Prozent gesteigert werden.
„Dieses Ergebnis verstehen wir als klaren Auftrag. Die Belegschaft erwartet eine starke Stimme für gute Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung und sichere Arbeitsplätze und ich bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Mit den Betriebsräten der anderen drei Listen stehen wir jetzt in der gemeinsamen Verantwortung die kommenden Jahre im Sinne der Beschäftigten zu gestalten. Das kann nur durch eine sachliche, lösungsorientriete Zusammenarbeit gelingen“, sagt Christian Märcz, Betriebsratsvorsitzender bei Porsche und Listenführer „Gemeinsam erfolgreich – Team IG Metall“.
Bei BMW wurde vom 9. bis 13. März gewählt. Die Liste „Team IG Metall BMW Leipzig“ erreichte auch dort die Mehrheit. 19 von 35 Mandaten gingen an die offizielle Gewerkschaftsliste. Die Wahlbeteiligung lag bei 69 Prozent und damit 7,3 Prozentpunkte über dem Ergebnis von 2022.
„Die absolute Mehrheit der Wählerschaft hat sich für das Team IG Metall entschieden. Noch nie zuvor gab es im Leipziger BMW-Werk so viele Listen, die sich zur Wahl gestellt haben. Jetzt geht es an die Umsetzung. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die Belegschaft und es ist Aufgabe aller gewählten Betriebsräte an den Themen zu arbeiten und konstruktive Lösungen für die Beschäftigten zu erreichen. Dafür übernehmen wir Verantwortung – gemeinsam“, sagt Jens Köhler, Betriebsratsvorsitzender bei BMW und Listenführer „Team IG Metall BMW Leipzig“.
Die Beschäftigten würdigten mit dem Wahlergebnis den Einsatz der Betriebsräte, die erfolgreich für gute und sichere Arbeit in den beiden Automobilwerken sorgen.
„Das Wahlergebnis macht in schwierigen Zeiten deutlich, dass die große Mehrheit auf Einigkeit, Zusammenhalt und Durchsetzungsfähigkeit setzt. Diese Eigenschaften werden auch nötig sein, um die Transformation fair zu gestalten, so dass es auch in den kommenden Jahren gute und sichere Arbeitsplätze in Leipzigs Automobilindustrie gibt“, so Steffen Reißig, Erster Bevollmächtigter IG Metall Leipzig.
Auf den Listen der Einheitsgewerkschaft IG Metall kandidieren in beiden Werken Kolleginnen und Kollegen aus sämtlichen Bereichen der Fabriken. Durch die Zusammenarbeit der Betriebsräte mit der IG Metall und den gewerkschaftlich gut organisierten Belegschaften wurden in den letzten vier Jahren viele Erfolge erreicht.
Es konnte bei Porsche- und im BMW-Werk die 35-Stundenwoche vereinbart werden. In beiden Werken haben sich die Betriebsräte erfolgreich für Investitionen und Zukunftsmodelle eingesetzt. Die Arbeitsbedingungen in den Automobilwerken sind gut: von Ausbildung bis Altersteilzeit, für die Gesundheit und Weiterbildung erreichen die Betriebsräte immer wieder gute Regelungen und Verbesserungen.
Bei BMW wurde ein einheitliches Entgeltrahmenabkommen eingeführt und damit homogene Regelungen für Zuschläge, Urlaubsgeld und mehr. Die Mitglieder der Liste haben mit ihrem Einsatz dazu beigetragen, dass mehr Arbeitsplätze für ältere und eingeschränkte Beschäftigte geschaffen wurden, mehr Auszubildende bei BMW beginnen konnten und deren Übernahme gesichert wurde. Zu den Themen des Betriebsrats zählte auch die langfristige Sicherung des Werksstandorts und der Arbeitsplätze, eine Fortführung der Altersteilzeit durch Betriebsvereinbarung, Smartphones für alle im Werk und mehr.
Bei Porsche hat der Betriebsrat u.a. erreicht, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gibt und der Standort bis Mitte 2030 gesichert ist. Auch die Entscheidung, die Baureihe M1 in Leipzig zu bauen, ist maßgeblich dem Betriebsrat zu verdanken. Mehr als 500 unbefristete Einstellungen von Leiharbeitsbeschäftigten in den Jahren 2022 bis 2025 wurden verhandelt und das Kurzarbeitergeld konnte auf 95 Prozent aufgestockt werden. Dazu kam der Ausbau der Altersteilzeit und die unbefristete Übernahme von Ausgebildeten, um nur einige Erfolge zu nennen.
Sichtbar ist in beiden Werken, dass gute Betriebsratsarbeit deutlich bessere Arbeitsbedingungen bedeuten und die Produktivität gesteigert werden kann.