Demo vor dem Siemens Werk

2000 protestieren für den Erhalt ihrer Jobs in Görlitz

09.11.2017 | Gegen die Schließungspläne der Siemens-Konzernführung und für den Erhalt ihrer Werke demonstrierten am Donnerstag rund 2000 Metallerinnen und Metaller lautstark vor dem Turbinenwerk in Görlitz. Dort arbeiten fast 1000 Menschen, die um ihre Jobs und ihre Zukunft fürchten, aber entschlossen für den Erhalt ihres Werkes kämpfen wollen. An der Protestaktion beteiligten sich Beschäftige von den Siemens-Standorten in Leipzig und Dresden sowie Bombardier Görlitz.

Ernste Gesichter bei den Beschäftigten der Siemens Compressor Systems GmbH Foto: IG Metall Leipzig

Die Konzernführung in München hatte im Oktober angekündigt, mehrere Standorte in Deutschland schließen zu wollen. Der Grund sind Einbußen im Kraftwerksgeschäft. Bedroht sind tausende Arbeitsplätze und damit Tausende Menschen und deren berufliche Zukunft. Details zu den Sparplänen will Siemens am 16. November bei der Wirtschaftsausschussitzung bekanntgeben.

 Doch schon gegen die Ankündigung von Stellenstreichungen und Werksschließungen wendet sich wütender Protest in den Belegschaften und in der IG Metall. „Wir werden ihnen einen Abwehrkampf hinlegen, wie sie ihn noch nicht gesehen haben“, sagte Jan Otto, Erster Bevollmächtiger der IG Metall-Ostsachsen, am Donnerstag in Görlitz. „Wir sind aber auch bereit, mit Siemens zusammenzuarbeiten und eine innovative Lösung zu finden“, das gehe aber nur zusammen.

„Hier in Görlitz fährt das Schnellboot in der Kraftwerkssparte, das Lösungen schnell in alle Welt bringen kann“, sagte Jan Otto weiter. Er bezog sich damit auf eine Aussage Joe Kaesers, der im September ein Bild des Konzerns bemühte vom großen Tanker und kleinen Schnellbooten, die zusammen als „Flottenverband“ den Konzern ausmachten.

Vorm Turbinenwerk protestierten am Donnerstag auch Beschäftigte aus Leipzig mit ihren Görlitzer Kolleginnen und Kollegen. „Wir können uns nur gemeinsam den Kürzungsplänen entgegenstellen“, sagte Thomas Clauß, Betriebsratsvorsitzender der Siemens Compressor Systems GmbH in Leipzig. Die Werke seien überdies vergleichbar. „Weder in Leipzig noch in Görlitz ist das Kraftwerksgeschäft das hauptsächliche Geschäftsfeld. Wenn Die Konzernführung also sagt, dass wegen der Einbußen in dem Bereich eingespart werden muss, dann sind die Schließungen von laufenden und modernen Standorten wie Görlitz und Leipzig wirtschaftlich falsch und völlig überflüssig“, so Clauß weiter.

„Ich kann nur an Siemens appellieren, dass sie ihrer Verantwortung für das Land, für die Region und für die Arbeitspätze gerecht werden“, sagte Sachsens Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Donnerstag. Auch Siemens müsse wissen, „dass wir es uns nicht gefallen lassen, wenn Entscheidungen auf dem Rücken von Ostdeutschland ausgetragen werden sollen, bloß weil man glaubt, dass man hier preiswertete Lösungen für Personalabbau hinbekommt. Das ist unverantwortlich, und da muss man auch mit unserem erbitterten Widerstand rechnen“, Dulig. Es gebe eine enge Zusammenarbeit mit den Bundesländern, in denen ebenfalls Standorte betroffen sind.

«Wegen Margendruck gut ausgebildete Fachkräfte auf die Straße zu setzen, anstatt in die Zukunft der Standorte in Ostdeutschland zu investieren, ist verantwortungslos», sagte Olivier Höbel IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. jme

Infos unter: www.siemensbleibtinplagwitz.de

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