Gegen das Vergessen

Mahnwache und "Stolpersteine putzen"

09.11.2019 | Auch in diesem Jahr beteiligte sich die IG Metall Jugend an den Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag der Reichspogromnacht. Da der 9. November in diesem Jahr auf den Shabbat fiel und die Mitglieder der jüdischen Gemeinde herzlich eingeladen sind, sich an den Gedenkveranstaltungen und der Stolperstein-Putzaktion zu beteiligen, fanden alle Gedenkveranstaltungen am Freitag den 8. November statt. Die IG Metall putze dabei die Solpersteine von Richard Peukert (Holzhäuserstr. 36) sowie Gertrud und Max Isaacsohn (Thomasiusstr. 7).

Stolperstein putzen Richard Peukert Foto: IG Metall

Stolperstein putzen Gertrud und Max Isaacsohn Foto: IG Metall

Richard Peukert

Richard Peukert wurde am 13.02.1887 in Leipzig geboren. Er erlernte den Beruf eines Drehers. Richard Peukert war Mitglied der SPD und Gewerkschaftsfunktionär. Aus seiner Abneigung gegen Nationalsozialismus und Krieg machte er keinen Hehl. Auch in einem Leipziger Kino äußerte er sich dementsprechend. Ein anderer Besucher denunzierte ihn daraufhin.

Richard Peukert wurde am 14.07.1944 vom Volksgerichtshof wegen "Wehrkraftzersetzung" im Alter von 57 Jahren zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 04.09.1944 in Dresden vollstreckt.

Gertrud und Max Isaacsohn

Von dem Ehepaar Isaacsohn ist sehr wenig bekannt. Gertrud Isaacsohn, geb. Rosenthal, wurde am 13.8.1882 in Chemnitz / Sachsen geboren, Max Isaacsohn am 1.1.1883 in Gollub (Westpreußen). Herr Isaacsohn war Kaufmann. Die Ehe wurde am 2.2.1922 in Dresden geschlossen.

Das Ehepaar war bis 1938 Eigentümer des Kaufhauses „Rosenthal“ in Torgau. Am 3.4.1939 kamen sie von Torgau nach Leipzig. Viele jüdische Bürger aus kleineren Orten kamen in die größeren Städte. Hier waren die Gemeinden größer, die somit mehr Schutz vor Übergriffen boten. Es ist zu vermuten, dass das Ehepaar Isaacsohn aus ähnlichen Gründen nach Leipzig kam. Sie bezogen zunächst eine Erdgeschosswohnung in der Thomasiusstraße bis auch sie im Februar 1941 in eines der sogenannten „Judenhäuser“ ziehen mussten (Funkenburgstr. 15).

Seit dem Novemberpogrom 1938 bemühten sie sich zu Verwandten in die USA auszureisen. Doch wahrscheinlich reichte auch hier das nötige Geld nicht aus.

Am 20.1.1942 wurden beide verhaftet. Der erste Transport von Leipzig zur Ermordung der Juden ging am 21.1.1942 nach Riga. Damit verliert sich die Spur von Gertrud (59 Jahre) und Max Isaacsohn (59 Jahre).

Vom November 1941 bis zum Winter 1942 wurden aus Deutschland in etwa 28 Transporten mehr als 25 000 jüdische Männer, Frauen und Kinder unter dem Vorwand des „Arbeitseinsatzes“ in erster Linie nach Riga deportiert. In dem strengen Winter 1941/42 mussten die Menschen in ungeheizten Güterwagen fahren, was zu zahlreichen Erfrierungen führte. Wer in Riga angekommen war, wurde erschossen oder kam durch die unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen um.

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