Tarifrunde 2018

Schnellecke-Beschäftigte setzen in Verhandlungen Metall-Tarif durch

07.06.2018 | Nach eine langen Nacht kam die Einigung am frühen Mitwochmorgen. Die Beschäftigten in den Niederlassungen in Chemnitz, Dresden und Leipzig Schnellecke. In den Tarifverhandlungen in der Kontraktlogistik liegen damit in sechs von acht Leipziger Unternehmen nun Ergebnisse vor. „Die Konflikte sind noch nicht gelöst", sagte der Leipziger IG Metall-Chef Bernd Kruppa.

Im Januar zeigten sie sich solidarisch mit den Porsche-KollegInnen in der Metall- und Elektrotarifrunde. Jetzt haben die Beschäftigten von Schnellecke die wertgleiche Übernahme des Abschlusses erreicht. Foto: IG Metall Leipzig

Am frühen Mittwochmorgen stand das Verhandlungsergebnis für die fünf sächsischen Niederlassungen des Kontraktlogistikers Schnellecke. Die im Metall-Tarif vereinbarten 4,3 Prozent Entgeltplus sowie 100 Euro Einmalzahlung hatte das Unternehmen ab April bereits gezahlt. Das Ringen um die wertgleiche Übernahme der anderen Elemente des Tarifwerks 2018 dauerte noch einmal 17 Stunden.

„Derzeit führen wir bei acht Kontraktlogistikern in Leipzig Tarifverhandlungen. Mit Schnellecke liegen jetzt in sechs Unternehmen Gesprächsergebnisse vor“, sagte Bernd Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig. „Bei zweien kommen wir noch nicht richtig voran, da ist das Konfliktpotenzial hoch, und die Kolleginnen und Kollegen wissen ihren Forderungen bei Bedarf auch Nachdruck zu verleihen.“ 

Die IG Metall Leipzig fordert für die Beschäftigten aller acht Kontraktlogistiker die wertgleiche Übernahme des diesjährigen Tarifabschlusses für die Metall- und Elektroindustrie. Auf die Unternehmen jeweils passende Lösungen sind denkbar, „aber das Gesamtvolumen der Abschlüsse muss stimmen“, so Kruppa weiter.

Drei der Schnellecke Niederlassungen, für die die IG Metall nun ein Ergebnis erzielt hat, sind in Leipzig ansässig. Zwei davon arbeiten am und im Porsche-Werk, die dritte bei BMW.

Das Verhandlungergebnis im Detail: Der Vorbehalt, unter dem Schnellecke seit 1. April die Entgelterhöhung von 4,3 Prozent und die Einmalzahlung von 100 Euro (Auszubildende 70 Euro) gezahlt hatte, wird aufgehoben.

Die Beschäftigten haben ab 2019 Anspruch auf ein tarifliches Zusatzgeld (T-ZUG) gemäß dem aktuellen Abschluss der Metall und Elektroindustrie Sachsen. Das Zusatzgeld setzt sich zusammen aus T-ZUG A in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatsverdienstes und T-ZUG B in Höhe von 400 Euro. Ab 2020 beträgt das T-ZUG B jährlich 12,3 Prozent des Grundentgelts der jeweils gültigen Entgeltgruppe 5 beträgt und steigt damit gemäß künftiger Tarifabschlüsse. Alle Beschäftigten haben das Recht zu wählen, ob sie anstelle von T-ZUG A und B insgesamt acht freie Tage nehmen wollen. Diese Tage sind im vereinfachten Verfahren wie Urlaubstage zu beantragen.

Wenn Beschäftigte  zum Stichtag 30. Juni eines Jahres mehr als 30 Minusstunden auf dem Arbeitszeitkonto haben, werden die zusätzlichen freien Tage mit der Sollarbeitszeit verrechnet.

Schließlich vereinbarten die Tarifparteien, ab 1. April 2020 die Ergebnisse des Flächentarifvertrags der Metall- und Elektroindustrie Sachsens zu übernehmen.

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